Sexueller Missbrauch von Minderjährigen und Schutzbefohlenen

Nach dem Bekanntwerden von Fällen sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen durch Ordensleute hat die Vereinigung deutscher Ordensobern bereits im Jahr 2003 Leitlinien zum Umgang und zur Aufarbeitung erlassen. Anfang 2010 haben die neu bekannt gewordenen Fälle sexuellen Missbrauchs zu einer breiten Diskussion geführt. In enger Abstimmung mit der Deutschen Bischofskonferenz hat die DOK die Leitlinien 2010 und 2014 überarbeitet und den Oberen der Ordensgemeinschaften in Deutschland zur Inkraftsetzung empfohlen (hier geht es zum Download). Darüber hinaus wurden die Bemühungen um Aufarbeitung und Maßnahmen zur Prävention verstärkt. Die DOK war am Runden Tisch "Sexueller Kindesmissbrauch" beteiligt und ist bezüglich der Umsetzung seiner Ergebnisse mit den beteiligten Bundesministerien im Gespräch.

Prävention vor sexuellem Missbrauch


Auf der Mitgliederversammlung im Juni 2014 hat die Deutsche Ordenobernkonferenz eine Rahmenordnung zur Prävention von sexuellem Missbrauch verabschiedet. Unser Handeln als Ordensgemeinschaften ist unserer christlichen Grundhaltung verpflichtet, die geprägt ist von Respekt vor dem Nächsten, Achtung vor der Würde des Anderen und dem Schutz der Schwächeren. Präventionsarbeit ist dabei ein Grundprinzip pädagogischen Handelns, das in allen Maßnahmen und Aktivitäten der ordensgetragenen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen integriert sein muss... mehr

Im Jahr 2016 wurde eine Vereinbarung zwischen der DOK und dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des Sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) unterzeichnet. Sie zieht Bilanz über die bisher erfolgten Maßnahmen im Zusammenhang mit der Thematik und zeigt die geplanten Maßnahmen und Vereinbarungen auf.
Der UBSKM hat am 23. Mai 2017 "Empfehlungen an Politik und Gesellschaft" verabschiedet. Das Dokument "Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche verhindern - Betroffenen Unterstützung, Hilfe und Anerkennung ermöglichen" kann auf der Seite des UBSKM runtergeladen werden. Die DOK unterstreicht die Dringlichkeit der angesprochenen Problemfelder.

Unter dem Motto "Augen auf" hat die Bundeskonferenz der diözesanen Präventionsbeauftragten Leitprinzipien für die Prävention von sexualisierter Gewalt an Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Schutzbefohlenen in der katholischen Kirche in Deutschland herausgegeben. Das Dokument steht hier auf der Seite www.praevention-kirche.de zum Download zur Verfügung. Mitglied in der Konferenz ist auch die Deutsche Ordensobernkonferenz, vertreten durch ihre Präventionsbeauftragte Sr. Dr. Katharina Kluitmann OSF. Sie ist zu dieser Thematik unter E-Mail sr.katharina@orden.de erreichbar.

Beauftragte der Ordensgemeinschaften

Die Ordensgemeinschaften päpstlichen Rechts haben Ansprechparterinnen und Ansprechpartner benannt, an die man sich bei Verdachtsfällen von sexuellem Missbrauch wenden kann. Bei Ordensgemeinschaften bischöflichen Rechts ist der Beauftragte der Diözese Ansprechpartner.

Liste der Ansprechpartner der Ordensgemeinschaften, an die man sich bei Verdachtsfällen von sexuellem Missbrauch wenden kann (PDF-Dokument)

DBK: Beauftragte der Diözesen

Materielle Leistungen

"Ergänzendes Hilfesystem" (EHS)
Das Ergänzende Hilfesystem (EHS) wurde auf Basis der Empfehlungen des Runden Tisches Sexueller Kindesmissbrauch (RT KM) entwickelt. Im Abschlussbericht des RT KM heißt es hierzu: „Der Runde Tisch fordert den Bund auf, gemeinsam mit den Ländern und den betroffenen Institutionen zugunsten der Opfer sexuellen Missbrauchs ein ergänzendes Hilfesystem einzurichten. Es soll die Aufgabe haben, noch andauernde Belastungen als Folgewirkung des Missbrauchs auszugleichen bzw. zu mildern. Leistungen aus diesem Hilfesystem sollen durch ein unabhängiges Entscheidungsgremium bewilligt werden („Clearingstelle“). Das Hilfesystem soll das bestehende Netz sozialrechtlicher Versorgungssysteme nicht ersetzen, sondern ergänzen.“ Das Ergänzende Hilfesystem besteht aus dem Fonds Sexueller Missbrauch und aus dem EHS-Institutioneller Bereich. In diesem institutionellen Bereich beteiligen sich im Rahmen der katholischen Kirche auch die Ordensgemeinschaften. Die Antragsfrist läuft für den Bereich der Ordensgemeinschaften bis zum Inkrafttreten des Opferentschädigungsgesetzes, längstens jedoch bis zum 31. Dezember 2019. Hier geht es zur Antragstellung im Ergänzenden Hilfesystem: www.fonds-missbrauch.de/antragstellung/.

Kirchliches Hilfesystem

Um Opfern sexuellen Missbrauchs möglichst schnelle und unbürokratische Hilfe anbieten zu können haben Deutsche Bischofskonferenz und Deutsche Ordensobernkonferenz seit März 2011 Regelungen getroffen. Die Komponenten unseres Leistungsmodells (Präventionsfonds, Erstattung von Kosten für Psychotherapie oder Paarberatung, materielle Anerkennung des Leids in Form einer einmaligen Zahlung, Regelung in besonders schweren Fällen) haben das Ziel, zur Heilung beizutragen. Materielle und immaterielle Hilfen sollen zum Ausdruck bringen, dass die Kirche das Leid und die Verwundungen anerkennt, die Opfern zugefügt wurden. Hier finden Sie alle Unterlagen:
Antragsformular - Version zum Ausfüllen am Computer
Antragsformular - Version zum handschriftlichen Ausfüllen
Leistungen in Anerkennung des Leids
Merkblatt zum Antragsformular

Meldungen

  • 13.08.2018

    Audio-visuelles Präventionsprojekt: „Cautela! Prävention stärken - Heilung fördern“

    Nach achtjähriger Arbeit liegt nun das audio-visuelle Präventionsprojekt „Cautela! Prävention stärken - Heilung fördern“ von Loyola-Productions Munich (Leitung: P. Christof Wolf SJ) vor, das in Zusammenarbeit mit dem Pater-Rupert-Mayer-Gymnasium (Pullach) entstanden ist. Dabei handelt es sich um ein Lernprogramm, das für Missbrauch und Mobbing sensibilisieren und so mithelfen will, die Würde und Unversehrtheit junger Menschen zu schützen.

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    Kampagne "Kein Raum für Missbrauch": Statement des DOK-Vorsitzenden Abt Hermann-Josef Kugler O.Praem.

    Heute, am 10. Januar 2013, hat der Unabhängige Beauftragte der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindermissbrauchs eine Kampagne „Kein Raum für Missbrauch“ freigeschaltet... Mehr

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    Sexueller Missbrauch Minderjähriger

    Bischofskonferenz und Ordensobernkonferenz regeln die materiellen Leistungen der Kirche in Anerkennung des Leids Mehr

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    Deutsche Ordensobernkonferenz verabschiedet Ordensfassung der kirchlichen Leitlinien zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch

    Die Deutsche Ordensobernkonferenz (DOK) hat am Donnerstag, 7. Oktober 2010, eine Ordensfassung der kirchlichen Leitlinien zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch verabschiedet... Mehr

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    Mitgliederversammlung 2010 der Deutschen Ordensobernkonferenz beendet

    Rund 250 Ordensoberinnen und -obere haben sich auf der Mitgliederversammlung der DOK vom 13. bis 16. Juni 2010 mit dem sexuellen Missbrauch Minderjähriger durch Ordensangehörige beschäftigt. Mehr