Ausgabe 4/ 2025
Themenschwerpunkt: Ordensgelübde heute in Vielfalt leben. DOK-Mitgliederversammlung 2025
Rückblickend beschäftigt sich die neue Ausgabe der Ordenskorrespondenz mit der Mitgliederversammlung der DOK 2025 in Vallendar und nimmt ein immer präsentes Thema in der Ordenswelt zum Schwerpunkt: die Ordensgelübde. Dabei werden die Gelübde aus verschiedenen Blickwinkeln unter die Lupe genommen und auch ein Blick auf die Zukunft gewagt. Im Vorwort fasst Br. Andreas Murk OFMConv., Vorsitzender der Deutschen Ordensobernkonferenz, die neue Ausgabe wie folgt zusammen:
„Höhere Oberinnen und Obere, die an der diesjährigen Mitgliederversammlung in Vallendar teilgenommen haben, werden den ein oder anderen Beitrag dieser Ausgabe der Ordenskorrespondenz mit Aha-Effekt lesen: Einige der dort gehaltenen Referate und Workshops wurden verschriftlicht und stehen damit auch einem größeren Kreis an Interessierten zur Verfügung. Neben den beiden franziskanisch inspirierten Grundsatzvorträgen des Studientags zum Thema „Gelübde“ melden sich Ordensleute verschiedener Spiritualitäten zu Wort und formulieren ihre Sicht auf verschiedene Aspekte der Ordensgelübde – ob in der Ausbildung oder im Alter, ob international oder als Person mit Leitungsverantwortung, ob in einem neuen, sich erst noch findenden Konvent, im dritten Orden oder als Oblat: Es eröffnet sich ein buntes Bild mit breitem Spektrum. Allein daran dürfte deutlich werden, dass es für die Gelübde keine Einheitslösung gibt. Das Versprechen ist – bei allen Gemeinsamkeiten und Kontinuitäten – vor Gott wohl immer ein höchstpersönliches Geschehen, eine sehr individuelle menschliche Antwort auf die erfahrene göttliche Berufung. Wer die DOK-Initiative „Freiwilliges Ordensjahr“ verfolgt, dürfte besonders interessiert sein am Beitrag einer Salzkottener Franziskanerin, die den Weg ins Kloster und bis zur Profess just über dieses Angebot entdeckt hat. Im darauf folgenden Beitrag wird ein ganz besonderes Gelübde in den Blick genommen, nämlich das „vierte Gelübde der Jesuiten“. Zwei Tagungsberichte fügen sich inhaltlich gut ein, wenn auch wohl mehr im Kontext der Grenzen von Gelübden. Kann der Ungehorsam eine Tugend sein oder vielleicht sogar eine Notwendigkeit? Mit dem verweigerten Gehorsam hat sich eine Fachtagung in Würzburg beschäftigt und dabei Perspektiven vom Mittelalter bis in die Gegenwart eröffnet. In Regensburg befasste sich eine internationale Tagung mit dem Missbrauch an katholischen Ordensfrauen. Hier wird es noch viel Licht im Dunkel brauchen – doch wenn Gemeinschaften in Nigeria und Zimbabwe „jüngere Schwestern nicht mehr in Haushalten von Priestern oder in der Sakristei“ einsetzen, lässt einen das einerseits erschrecken im Blick auf die offensichtlichen Tatorte, andererseits rückt das unbedingte Anliegen der Prävention auf diese Weise dorthin, wo es hingehört. Ein dritter Bericht referiert schließlich zu einem Workshop der Fachgruppe „Missionssammlungen“. Wir legen Ihnen mit dieser Ausgabe also wieder ein Heft vor, das ein breites Spektrum des Ordenslebens abbildet. Möge es die persönliche Reflexion bereichern ebenso wie den Austausch in den Gemeinschaften und darüber hinaus!“