Ausgabe 3/2013

Schwerpunktthema "Verortung von Ordensgemeinschaften in und gegenüber der Welt"

Wer in eine Ordensgemeinschaft eintritt oder auch nur für einige Tage an klösterlichen Besinnungstagen teilnimmt, von dem sagt man, er ziehe sich „hinter Klostermauern“ zurück. Dahinter steht die Vorstellung vom Kloster als einem abgeschotteten Raum, der von „der Welt“ separiert sei. Abgesehen davon, dass es bezüglich eines solchen physisch abgetrennten „Raumes“ enorme Unterschiede zwischen den Ordensgemeinschaften gibt — richtig daran ist für alle Gemeinschaften, dass ihre durch die evangelischen Räte geprägte Lebensform eine gewisse Sonderstellung gegenüber der übrigen „Welt“ begründet.

Ordensgemeinschaften haben daher stets die Frage nach ihrem Verhältnis zur „Welt“ zu stellen. In seinem Vortrag „Jetztzeit der Orden“ auf der diesjährigen Mitgliederversammlung der Deutschen Ordensobernkonferenz hat Ulrich Engel OP dazu programmatische Überlegungen angestellt. Die Ordenskorrespondenz dokumentiert sein Plädoyer für eine „vita consecrata situalis“ unter postmodernen Bedingungen. Auch der Schwerpunkt des aktuellen Heftes widmet sich Fragestellungen im Zusammenhang der Verortung in und gegenüber der Welt. Neben grundsätzlichen Überlegungen zu einer „Theologie des Säkularen“ wird auch die These diskutiert, die Klöster stünden in der Gefahr, sich in der Begegnung mit der Welt selbst zu säkularisieren. Daneben geht es in weiteren Beiträgen um Hinhören auf die Fragen und Bedürfnisse der Menschen in der Welt, um angemessene Formen des Umgangs mit ihnen und um eine verständliche Sprache. Das Beispiel des Karmels Dachau zeigt, wie ein kontemplatives Kloster einen von einer zutiefst gottfernen Gesinnung geschaffenen Ort heute prägen kann.

pdf
(PDF 21,04 KB)