Ausgabe 3/2015

Themenschwerpunkt: Orden und Jugend im Dialog

Bei der Mitgliederversammlung der Vereinigung Deutscher Ordensobern (VDO) im Jahr 1979 hielt Bischof Klaus Hemmerle, Aachen, damals Vorsitzender der DBK-Kommission für „Geistliche Berufe und kirchliche Dienste” ein Referat zum Thema „Orden und Jugend im Lebensraum der Kirche”. Weitere Referate nahmen die Aufgaben kirchlicher Jugendarbeit und das Werben neuer Sekten um junge Menschen in den Blick.

Die diesjährige DOK-Mitgliederversammlung hat die Blickrichtung umgekehrt: Erneut widmete sie sich dem Thema „Jugend”. Es ging aber nicht zuerst darum, was Orden für Jugendliche tun können; vielmehr standen die Jugendlichen und ihre Lebenswelt an erster Stelle. Eine Welt, die meist eben nicht mehr „im Lebensraum der Kirche” verortet ist. Anliegen war es, „Impulse zum Dialog” zu setzen und auf Augenhöhe miteinander ins Gespräch zu kommen: Brückenschläge zwischen zwei Welten, die inzwischen oft soweit voneinander entfernt zu sein scheinen. Dass diese „Brückenschläge” weiterhin gelingen, zeigen die Beispiele aus verschiedenen Gemeinschaften, die die Ordenskorrespondenz ergänzend zur Dokumentation der Workshops und Referate der Tagung in den Blick nimmt.

Anlässlich des Jahrs der Orden war der Präfekt der vatikanischen Religiosenkongregation, João Kardinal Braz de Aviz, bei der DOK-Mitgliederversammlung zu Gast. Seinen Vortrag dokumentiert das aktuelle Heft. Was dieses Jahr für die Orden bedeuten kann, erläutert zudem P. Hans Waldenfels SJ in einem Vortrag, den er zum 50jährigen Bestehen des Dachauer Karmel gehalten hat.

Das hohe Durchschnittsalter in vielen Gemeinschaften und die Sorge um ein würdiges Altern der Ordensleute ist in der Ordenskorrespondenz häufig erörtert worden. Daneben stellt sich vielerorts die Frage nach der Zukunft der - oft auch historisch und architektonisch wertvollen - klösterlichen Gebäude, aus denen sich Ordensgemeinschaften zurückziehen. Aus Sicht des Erzbistums München und Freising äußert sich zu dieser Frage dessen Generalvikar Peter Beer. Statt „reaktiv-resignativem Zur-Kenntnisnehmen” plädiert er für ein gemeinsames Gestalten der Zukunft; für einen „positiv proaktiven, gemeinschaftlichen Gestaltungswillen, der auf der Kraft des Glaubens beruht”.