Ausgabe 3/2017

Themenschwerpunkt: Gemeinsam Kirche sein

Die aktuelle Ordenskorrespondenz beschäftigt sich mit dem Verständnis von "Gemeinsam Kirche sein". Sie greift damit den Titel eines Dokuments der Deutschen Bischöfe auf und beleuchtet ihn aus der Ordensperspektive.

Die Kirche ist ein facettenreiches Gebilde. Die Vielfalt ist so groß, dass nicht selten die Frage zu hören ist, ob hier denn tatsächlich noch von einer Kirche gesprochen werden könne und ob nicht - formulieren wir es neudeutsch - innerhalb der Kirche verschiedene „Filterblasen“ nebeneinander existieren. Was ist das Gemeinsame des Kirche-seins? Wie verortet sich diese Kirche in der Gesellschaft? Diesen Fragen ging die diesjährige Mitgliederversammlung der DOK nach. Welche Rolle spielen die Orden in dem spannungsreichen Veränderungsprozess, in dem sich die Kirche in Deutschland befindet? Ausgangspunkt der Überlegungen war das Dokument „Gemeinsam Kirche sein“ der deutschen Bischöfe aus dem Jahr 2015. Die Ordenskorrespondenz dokumentiert den wegweisenden Vortrag von Generalvikar Theo Paul sowie Inhalte von Workshops der Tagung.


Die Frage nach dem Ort der Orden in der Kirche stellt dieses Heft aber auch über die Tagung hinaus: Was heißt „Kirche-sein“ für Franziskanerkommunitäten in der Großstadtseelsorge? Wo in der Kirche ist heute der Platz tätiger und kontemplativer Frauengemeinschaften? Die Beiträge machen eindrücklich deutlich, dass Ordensleben nach wie vor Pro-Existenz ist: Für Gott - Für die Menschen. Mit Blick auf die gesamte Kirche zeigt Äbtissin Christiana Reemts OSB auf, dass bei aller Vielfalt die Eucharistie das Verbindende des Kirche-seins ist.

Ein weiteres Thema reißt das vorliegende Heft mit der Frage nach dem Begriff der „Charismenorientierung“ an. Er wird in der Pastoral und auch in den Ordensgemeinschaften derzeit häufig verwendet. Die Beiträge hinterfragen den Begriff kritisch. Am Beispiel der Congregatio Jesu wird das Spannungsfeld aufgezeigt, das sich zwischen „Charisma“ und „Sendungsauftrag der Gemeinschaft“ entfaltet.