Ausgabe 3/2020

Themenschwerpunkt: Ordensgemeinschaften und die Trägerschaft caritativer Werke

Angesichts schwindender personeller Möglichkeiten haben viele Ordensgemeinschaften schon Ende des letzten Jahrhunderts ihre caritativen Einrichtungen in neue Trägerschaftsmodelle überführt. Dieser Prozess war stets mit der Frage verbunden: Wie kann es gelingen, dass in den caritativen Einrichtungen die christliche Tugend der Caritas – als Wesensäußerung der katholischen Kirche und damit als Form der Verkündigung – weiterhin zum Ausdruck kommt? Wie kann das Ordenscharisma, das dieses Anliegen entfaltet hat, in die Zukunft getragen werden? Zusammen mit der Mitarbeiterschaft wurden Leitbilder entwickelt und Führungspositionen mit engagierten christlichen Persönlichkeiten besetzt. Soweit so gut. Heute, 20, 30 Jahre später, sind in caritativen Einrichtungen immer mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ohne christlichen Hintergrund tätig. Unser Heft stellt die Frage, inwieweit dieser Transfer dann noch gelingen kann. Die Autorinnen und Autoren dieser Ausgabe geben spannende Antworten.

Einleitend jedoch knüpft die aktuelle Ordenskorrespondenz mit zwei Beiträgen an die letztjährige DOK-Mitgliederversammlung an, die sich dem Themenfeld sexueller Missbrauch gewidmet hat und in Heft 2/2019 dokumentiert ist. Die Mitgliederversammlung 2019 beauftragte das Generalsekretariat, eine Befragung der Mitglieder zum Thema sexueller Missbrauch in Ordensgemeinschaften durchzuführen. Die Ergebnisse dieser Befragung – die keine wissenschaftliche Studie ist – finden Sie in dieser Ausgabe ab Seite 281. Sie zeigen auf, dass Brüder und Schwestern aus unseren Gemeinschaften sexuellen Missbrauch verübt haben. Nicht nur diese Taten haben unsägliches Leid über die Betroffenen gebracht. Auch der Umgang von Leitungsverantwortlichen und anderen Ordensmitgliedern mit Betroffenen und deren Berichten haben diejenigen manches Mal erneut verletzt, die sich durch ihre mutige Öffnung einen gemeinsamen Schritt auf dem Weg zur Heilung erhofft hatten. Der Bericht zeigt, dass noch viel Arbeit vor uns liegt.

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