Ordensgemeinschaften in Deutschland

20 Jahre DOK: Ordensgemeinschaften blicken zurück und richten den Blick nach vorn

Zum Abschluss ihrer Mitgliederversammlung in Vallendar erinnert die Deutsche Ordensobernkonferenz an ihre Gründung vor 20 Jahren und betont ihre Rolle als Impulsgeberin in Zeiten des Wandels. Themen wie Internationalisierung, neue Formen gemeinschaftlicher Entscheidungsfindung und verstärkte Verantwortung im Bereich Kinderschutz prägten die Tagung.

Vallendar/Bonn. Am Mittwochvormittag, 6. Mai, ist in Vallendar die Mitgliederversammlung der Deutschen Ordensobernkonferenz (DOK) zu Ende gegangen. Im Rahmen der Tagung blickten die Mitglieder auf die Gründung der Dachorganisation vor 20 Jahren zurück. Die DOK war am 8. Juni 2006 als Zusammenschluss von zuvor drei Ordensobernvereinigungen der Schwestern-, Priester- und Brüderorden gegründet worden.

An dieses Ereignis erinnerte die Mitgliederversammlung in einer Feierstunde am 4. Mai. Sr. Maria Thoma Dikow SMMP, scheidende stellvertretende DOK-Vorsitzende, stellte fest, die Ordensleitungen hätten bei der DOK immer wieder Impulse bekommen, auch in Herausforderungen der Zeit Stellung zu beziehen und eine eigene Position zu entwickeln: „Das war und ist ein großer Dienst der DOK für uns alle: Den Horizont zu weiten, zu bestärken, zu vernetzen, um unserer Sendung in der Welt willen.“

Auf die Veränderungen des Ordenslebens in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren wies Frater Rudolf Knopp OH, Provinzial der Barmherzigen Brüder und Mitglied des ersten DOK-Vorstands hin. In vielen Gemeinschaften gebe es heute mehr Mitarbeitende und ihnen werde eine wachsende Verantwortung übertragen. Zunehmend seien auch sie Träger des Charismas der Ordensgemeinschaften. Sie brächten neue Perspektiven ein, die jene der Schwestern und Brüder ergänzten. Gast der Tagung war auch der Abtprimas des Benediktinerordens, Jeremias Schröder. Er wies darauf hin, dass viele der Ordensgemeinschaften – und auch die DOK – in den zurückliegenden Jahren internationaler geworden seien. Die Internationalität, die er in seiner Aufgabe als Abtprimas in besonderer Weise erlebe, habe Auswirkungen auf das Handeln und Reden, denn es gelte, ganz unterschiedliche Weltsichten zu berücksichtigen: „Diese Entwicklung hat eine weltkirchliche Dimension in unsere Arbeit gebracht, die sehr kostbar ist.

In einem Teil der Jahrestagung wurde die Arbeitsmetholde „Conversations in the spirit“ – „Gespräche im heiligen Geist“ praktiziert, die auch Kernstück der Arbeit der letzten vatikanischen Bischofssynode gewesen ist. Wie Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung berichteten, wird diese Methode der gemeinschaftlichen Entscheidungsfindung inzwischen auch in Provinz- und Generalkapiteln von Ordensgemeinschaften angewandt und vielfach als positiv wahrgenommen.

Gäste der Mitgliederversammlung waren am Mittwoch schließlich Vertreter der päpstlichen Kinderschutzkommission Tutela minorum, Dr. Agustin Diaz Herrero und Dr. Francesco Pappalardo. Sie stellten die Arbeit der 2014 von Papst Franziskus gegründeten Organisation vor, brachten Anerkennung für die Arbeit der DOK im Bereich von Safeguarding zum Ausdruck und dankten für die intensive und fruchtbare Zusammenarbeit. Anliegen der Kommission sei es, dass Safeguarding zu einem integralen Bestandteil des katholischen Lebens in allen Kontexten werde. In einem Jahresbericht, der wesentlicher Baustein der Arbeit der Kommission ist, solle, so kündigte Diaz Herrero an, in diesem Jahr der Fokus auf das Ordensleben als eine zentrale Dimension der Weltkirche gerichtet werden. Unter anderem werde darin als erste nationale Oberenkonferenz die DOK mit ihren Bemühungen um Prävention und Safeguarding aufgenommen und dargestellt. Anliegen sei es insgesamt, die Zusammenarbeit im Bereich des Kinderschutzes weiter zu stärken.