28.11.2014

„Aus dem Glauben heraus die Welt verändern“ - Weltweites Jahr der Orden wird am ersten Adventswochenende eröffnet

BONN Am ersten Adventswochenende (29./30. November 2014) beginnt das „Jahr der Orden“, das Papst Franziskus vor einem Jahr angekündigt hat und das bis zum 2. Februar 2016 dauert. In Rom wird das Jahr mit einer Gebetsvigil in der Basilika Santa Maria Maggiore am Samstag und einer Eucharistiefeier am Sonntag im Petersdom eröffnet. In Deutschland finden in diesen Tagen in vielen Bistümern und Klöstern feierliche Eröffnungsgottesdienste statt. So wird in München der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, am Sonntag um 16.00 Uhr in der Innenstadtkirche St. Michael einer feierlichen Vesper vorstehen.

Im Jahr der Orden ruft Papst Franziskus die katholischen Ordensgemein-schaften zu innerer Erneuerung auf. Er erinnert die Ordensleute, dass der Kern ihres Lebensmodells eine Gottes- und Christusbeziehung sei, die in Gemeinschaft gelebt werde. Dazu seien „Kommunikation und echte Beziehungen“ vonnöten. Der Vorsitzende der Deutschen Ordensobernkonfe-renz (DOK), Abt Hermann-Josef Kugler O.Praem. begrüßt die mahnenden Worte des Papstes: „Er ruft uns Ordensgemeinschaften auf, aus dem Glauben heraus die Welt zu verändern. Das heißt für ihn, nicht nur die Türen der Klöster einladend zu öffnen, sondern hinauszugehen, zu den Menschen in der Welt - insbesondere zu jenen, die an den Rändern stehen und in Not sind. Wir Ordensgemeinschaften in Deutschland möchten dieses Jahr auch dazu nutzen, auf die Vielfalt des Ordenslebens in unserem Land aufmerksam zu machen. Wir möchten dieses Jahr zur Begegnung mit den Menschen auch und gerade jenseits der Mauern unserer Klöster und der kirchlichen Grenzen einladen.“

Der Vorsitzende der Kommission für geistliche Berufe und kirchliche Dienste der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Felix Genn (Münster), freut sich über die Initiative des Papstes: „Dadurch wird deutlich, dass Papst Franziskus als Ordensmann im Petrusdienst in seiner eigenen Berufung den Weg der Nachfolge Christi glaubwürdig mit seinem Lebenszeugnis belegen kann. Das gibt uns in Deutschland die Möglichkeit, nicht nur den Mangel an Priesterberufungen anzusprechen, sondern während der Zeit des Jahrs der Orden den Fokus einmal ganz bewusst auf diese be-sondere Art der Berufung zu legen.“

Aus Sicht des DOK-Vorsitzenden bilden Ordensgemeinschaften heute „Laboratorien des Glaubens“. Sie entwickelten sich zu Lernorten, um neue Wege der Evangelisierung und der Seelsorge zu erkunden, so Abt Hermann-Josef. „Als geistliche Zentren bieten sie Menschen auf der Suche eine spirituelle Heimat. Menschen, die sich in der Kirche engagieren, erfahren in den Klöstern und Einrichtungen der Orden Stärkung und Ermutigung. Was Pfarreien aufgrund knapper Ressourcen nicht mehr leisten können, ergänzen wir. Dadurch entstehen Synergien zwischen Pfarreien, Diözesen und Orden.“

In Deutschland finden unter dem Leitwort „Für Gott. Für die Menschen.“ zahlreiche Veranstaltungen der Ordensgemeinschaften und Diözesen zum Jahr der Orden statt. Auf der Internetseite www.jahrderorden.de gibt ein Kalender, der ständig aktualisiert wird, eine Übersicht über Orte und Termine.

Zwei Studientagungen der DOK bilden in Deutschland den Rahmen des Jahres der Orden:

  • Während eines Studientags am 1. Dezember 2014 werden Ordensobe-rinnen und -obere über die wechselseitigen Beziehungen von Ordensge-meinschaften und Bistümern sprechen. Die DOK greift damit das Anliegen des Wortes der deutschen Bischöfe „Gemeinsam dem Evangelium dienen“ aus dem Jahr 2007 neu auf. Im Hintergrund stehen auch vatika-nische Planungen, das diesbezügliche Dokument „Mutuae relationes“ aus dem Jahr 1978 zu überarbeiten. Es geht um die Frage, wie das Ordensleben die diözesan verfasste Kirche heute - auch in sich verändernden Formen - in bestmöglicher Weise ergänzen kann. -
  • Am Ende des Jahres der Orden wird sich vom 26. bis 28. Februar 2016 eine wissenschaftliche Tagung mit der Frage nach einer Kultur des Ordenslebens unter heutigen Bedingungen beschäftigen.