Ordensgemeinschaften in Deutschland

Die DOK – Geschichtliches

Die Deutsche Ordensobernkonferenz (DOK) wurde am 8. Juni 2006 im Rahmen einer ersten gemeinsamen Tagung der Vorgängerorganisationen, der Ordensobernvereinigungen der Priester- Brüder- und Schwesternorden (VDO, VOD, VOB) in der Erzabtei St. Ottilien gegründet. Zur ersten Vorsitzenden der gemeinsamen Konferenz wurde die Generaloberin der Schwestern der Heiligen Maria Magdalena Postel, Schwester Aloisia Höing SMMP (63) gewählt.

In einem Grußwort erinnerte der Präfekt der vatikanischen Ordenskongregation, Franc Kardinal Rodé CM, an die Aufgaben der Oberenkonferenzen: "Hauptzweck ...ist die Förderung des geweihten Lebens im Gesamtauftrag der kirchlichen Sendung. Durch diese Konferenzen bringen die Institute die Gemeinschaft unter ihnen zum Ausdruck und suchen nach Mitteln, um sie unter Achtung und Erschließung der Besonderheit der verschiedenen Charismen zu stärken, in denen sich das Geheimnis der Kirche und die vielgestaltige Weisheit Gottes widerspiegelt (VC 53)". In seiner Predigt im Festgottesdienst konkretisierte der damalige Erzabt von St. Ottilien, Jeremias Schröder OSB, diesen Auftrag: "Vor allem bekennen wir unsere Hoffnung und Zuversicht: dass auch in Zukunft unsere Gemeinschaften der Kirche und den Menschen in diesem Land dienen werden, durch gelebte Communio, durch den Dienst an Jungen, Alten, Kranken, Verlassenen, an den Rand Gedrängten, durch Wissenschaft und Lehre, durch Gottesdienst und Gastfreundschaft".

Die Vorgeschichte

Superioren-Konferenz (SK) / Superioren-Vereinigung (SV) / Vereinigung Deutscher Ordensobern (VDO)

Am 24. August 1898 trafen sich die Höheren Oberen der Missionsorden zur Verständigung bezüglich einer möglichen Beteiligung an einer Ausstellung des Deutschen Kolonial-Museums Berlin. Diese als „Superioren-Konferenz“ betitelte Runde, die erstmals in Krefeld zusammentrat, ließ den Wunsch nach einem Folgetreffen aufkommen. Damit war der Grundstein für einen Zusammenschluss der Priester-Ordensverbände der missionierenden Orden und Kongregationen gelegt; künftig fanden regelmäßige Treffen statt. Sie war damit die älteste Obernvereinigung weltweit. Ab 1927 bezeichnete sich der Zusammenschluss als „Superioren-Vereinigung“ (SV).

Nachdem die SV vor dem Hintergrund Nationalsozialistischen Drucks und des zweiten Weltkrieges im Mai 1941 aufgelöst worden war konstituierte sie sich nach Kriegsende 1946 als „Vereinigung Deutscher Ordensobern (VDO) neu. Die Mitgliedschaft war nun nicht mehr auf die Oberen der Missionsorden begrenzt, die Palette der Themen, mit denen sich die Vereinigung beschäftigte, wurde breiter und die Arbeit wurde professionalisiert. 1962 wurde die Fortbildungsakademie „Institut der Orden für missionarische Seelsorge und Spiritualität“ (IMS) aufgebaut (heute DOK-Bildungsreferat RUACH), Verschiedene Arbeitsgemeinschaften wurden gegründet. Darüber wurden ab den sechziger Jahren regelmäßige Gesprächsformate mit der Deutschen Bischofskonferenz installiert.

Vereinigung der Höheren Ordensoberinnen Deutschlands (VOD)

Nach 1950 entstanden – seitens des Vatikans gefördert – die meisten nationalen Vereinigungen von Höheren Oberinnen und Oberen. Im Mai 1952 kamen in Leutesdorf am Rhein Vertreterinnen von 15 Frauengemeinschaften zu einer „Tagung der Verinnerlichung“ zusammen. Das Treffen zur Konstituierung der Vereinigung höherer Ordensoberinnen Deutschlands (VHOD), fand dann vom 21. bis zum 23. Juni 1954 statt. Drei Jahre später erhielt die später mit „VOD“ abgekürzte Organisation die kirchliche Anerkennung.

Vereinigung der Ordensobern der Brüderorden und –kongregationen Deutschlands (VOB)

Auch zum Zusammenschluss der General- und Provinzoberen der Brüdergenossenschaften in Deutschland kam es in diesem Zeitraum. Nach einem ersten Treffen 1949 in Aachen erfolgte er 1954. Als „Vereinigung höherer Ordensobern der Brüderorden und –kongregationen Deutschlands“ (VHOB, später VOB) wurde er 1958 approbiert.

Deutscher Katholischer Missionsrat (DKMR)

In Hinblick auf weltkirchliche Themen und Fragen der Weltmission wurde 1953 der „Katholische Missionsrat“ gegründet, in dem sich erstmals die Päpstlichen Missionswerke und die missionierenden männlichen und weiblichen Ordensgemeinschaften mit weiteren Einrichtungen zusammenschlossen. Später kamen die Weltkirchen-Referate der Bistümer hinzu. Das Generalsekretariat des Missionsrates war in Personalunion mit dem VDO-Generalsekretariat verbunden und nach der Gründung der DOK im Jahr 2006 am DOK-Generalsekretariat angesiedelt. Der DKMR bestand bis zum Jahr 2012. Teile seiner Aufgaben hat die DOK übernommen, etwa das umfangreiche Förderspektrum für deutsche Missionskräfte im Ausland.

Mit Material aus: A. Leugers: Interessenpolitik und Solidarität, Frankfurt 1999 sowie OK 47(2006)3.

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