Caritas

Caritative Hilfeleistungen

"Da kamen viele Menschen und brachten Lahme, Krüppel, Blinde, Stumme und viele andere Kranke zu ihm; sie legten sie vor ihn hin, und er heilte sie. Als die Menschen sahen, dass Stumme plötzlich redeten, Krüppel gesund wurden, Lahme gehen und Blinde sehen konnten, waren sie erstaunt und priesen den Gott Israels." (Mt 15,30f.)


"Als Jesus in einer der Städte war, kam ein Mann, der am ganzen Körper Aussatz hatte. Sobald er Jesus sah, warf er sich vor ihm zu Boden und bat ihn: Herr, wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde. Da streckte Jesus die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will es - werde rein!" (Lk 5,12f.)


Die Heilung von Kranken gehört ins Zentrum der Tätigkeit Jesu. Sie ist einerseits Ausdruck seiner Göttlichkeit, andererseits mit der Verkündigung des Reiches Gottes verbunden: Zeichenhaft verdeutlicht sich in der Gesundung der Kranken, was für die ganze Welt und ihre "Krankheiten" noch aussteht: Die Erlösung und Verwandlung zum Guten. Hier wird Offenbarung konkret: Der liebende Gott wendet sich den Sorgen und Nöten der Menschen zu und verschafft ihnen schon jetzt Trost und Abhilfe. Am Ende der Zeit aber wird Gott "alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal" (Offb 21,4).


Die Nachfolge Jesu ist daher nicht vom Dienst der Liebe zu trennen: Das verdeutlicht das Doppelgebot von Gottes- und Nächstenliebe, das von Jesus als das höchste Gesetz bezeichnet wird. Auch die Apostel haben sich durch ihr caritatives Tun hervorgetan: So z.B. Petrus, der den Gelähmten am Tempeltor heilt (Apg 3,1 - 10) oder Paulus, der für die Armen der Jerusalemer Gemeinde Spenden sammelt (Gal 2,10). In ihrer Nachfolge hat die Kirche zu allen Zeiten den Dienst an hilfsbedürftigen Menschen als wichtigen Auftrag betrachtet, ganz im Sinne des Neuen Testaments: "Denn wie der Körper ohne den Geist tot ist, so ist auch der Glaube tot ohne Werke" (Jak 2,26).


Die Orden haben den caritativen Dienst daher von Anfang an in ihr Charisma integriert. So verwandten sie im Mittelalter ein Drittel ihrer Einkünfte für die sozial Schwachen. Im 19. Jahrhundert gründeten sich angesichts des sozialen Elends infolge der industriellen Revolution viele neue Ordensgemeinschaften, die ganz auf die Fürsorge an den Kranken ausgerichtet waren.


Auch heute ist die caritative Hilfe für viele Ordensgemeinschaften eine der zentralen Inhalte ihrer Tätigkeit. Viele Krankenhäuser und Altenheime werden auch heute noch von Orden getragen; Ordensleute dienen den Menschen ohne Ansehen von Konfession, Herkunft und Ansehen. Sie geben damit der christliche Hoffnung ein konkretes Gesicht, die sich auf die Worte Jesu gründet: "Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan" (Mt 25,40).