Kolumne

  • 25.02.2018   |  von Pater Heinz Lau SCJ

    Acht Gedanken zur Fastenzeit

    Viele Menschen mögen die Fastenzeit nicht - ganz im Gegenteil zur sinnlichen Adventszeit - , weil diese Zeit stark geprägt ist von Schwermut, Trauer, Entsagung,  Umkehr, Buße, Verzicht, Leiden, Kreuz. Ich denke bei Fastenzeit an:

    1. Sich üben im Fasten

    Fasten heißt dann: ich verzichte, ich lebe  einfacher, ich entsage. Ich springe aus dem Terror von Kaufen, Besitzen, Habenwollen heraus. Kann ich noch einfacher leben, verzichten?

    2. Vorbereitung auf unsere drei großen Feste - das österliche Triduum

    Ich kann ein Fest nicht einfach wie in der technischen Welt auf Kopfdruck feiern, ich mu0 mich innerlich darauf vorbereiten, jetzt 40 Tage lang. Ich vergegenwärtige mir in dieser Zeit: Jesu Abendmahl, Jesu Leiden und Sterben, Jesu Auferstehung

    3. Zeit der Umkehr

    Ein Zentralwort Jesu ist die Aufforderung zur Umkehr. Das ist ein schmerzlicher Prozess. Martin Buber sagt: Es ist nicht die Tragik des Lebens, sich verrannt zu haben. Dazu sind die Versuchungen allüberall und meine Kräfte zu schwach. Die einzige Tragik ist, nie umgekehrt zu sein- Umkehr in meinem Lebensstil, in meiner Beziehung zu Gott

    4. Den drei biblischen Weisungen zu folgen: Almosen geben/teilen - Beten - Fasten

    a. Almosengeben/Teilen - Ich gebe bewusst ab von meinem Besitz, meinem Einkommen und gebe es hilfsbedürftigen Menschen (u.a. Misereor-Aktion)

    b. Beten - ich erfrische meine Art von Beten: ich werde still, ich höre in mich hinein, ich bespreche mein Leben mit Gott

    c. Fasten - ich beschränke mich in dieser Zeit auf das Nötige, mache keine aufwendigen Ausgaben, ich verzichte, ich schränke mich ein.

    Das alles, sagt Jesu, soll ich im Verborgenen tun, so dass es nicht auffällt (Mt.6,1-18). Gefahr aus Fastenübungen eine Schau machen.

    5. In der frühen Kirche Zeit der näheren Taufvorbereitung - in der Osternacht

    Für die frühe Kirche waren die 40 Tage vor Ostern die Zeit der näheren Taufvorbereitung, verbunden mit drei Fragen/Skrutinien, um zu prüfen, ob die Entscheidung zur Taufe auch aufrichtig und fundiert ist. "Glaubst  du, dass Jesus Christus die Quelle meines Lebens ist, das er das Licht der Welt ist, dass er die Auferstehung und das ewige Leben ist. Was bedeutet es mir, getauft zu sein, wiedergeboren aus Wasser und Heiligem Geist

    6. Fasten und Beten - bei wichtiger Glaubens- und Lebensentscheidungen

    Mehrfach lesen wir in der Bibel, dass wichtigen Entscheidungen  eine Zeit des Gebetes und des Fastens vorausgingen. Also eine Entscheidung nicht aus Eigenmächtigkeit, sondern in innerer Absprache mit Gott.

    7. Eine Art von Jahres-Exerzitien

    Manche nutzen die Fastenzeit einfach als eine Zeit für persönliche Exerzitien/Übungen, weil sie sonst keine Zeit dafür haben. Sich üben in: Einsamkeit suchen, schweigen, still werden, beten, Schriftlesung, geistliche Lektüre

    8. Trauern und Fasten, weil Jesus so nicht mehr konkret gegenwärtig ist

    Dies betont Jesus gegenüber Vorwürfen, dass  seine Jünger nicht fasten. Sie werden es tun, wenn ich nicht mehr da bin. Wir sind sozusagen etwas traurig, weil wir Jesus Christus nicht konkret schauen,, sondern sein Abwesenheit aushalten müssen.

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