Ausgabe 2/2014

Schwerpunktthema: Kultur des Ordenslebens

Die noch neue Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat die Kirchen zum stärkeren Engagement in den kulturpolitischen Debatten aufgerufen. Sie mischten sich in diese Diskussionen nur wenig ein, „viel weniger jedenfalls, als in sozialpolitische“, kritisierte Grütters Ende April in Berlin. Kirchliches kulturelles Engagement sei wichtig, denn mit Blick auf das kulturelle Erbe sowie „die Ermöglichung der intellektuellen und künstlerischen Avantgarde“ spielten die Religionen eine große Rolle. Was bedeutet diese Mahnung für die Ordensgemeinschaften in Deutschland? Sind sie, wie unser Autor P. Elmar Salmann OSB vermutet, „aus dem gesellschaftlichen Spielfeld ausgeschieden, ins Abseits geraten, nach innen und außen kulturlos geworden“?

Der Themenschwerpunkt des vorliegenden Heftes widmet sich der Frage nach einer Kultur „des“ Ordenslebens. In unterschiedlichen Angängen leuchten mehrere Autorinnen und Autoren Aspekte dieses weiten Feldes aus: Aus monastischer Sicht neben P. Elmar auch die Zisterzienserin Sr. Thaddaea Selnack O.Cist. aus der Abtei Marienstern. Das Kloster hat – als eines der Wenigen – über die Jahrhunderte seit seiner Gründung alle Säkularisationswellen überstanden. Aus Mendikantensicht der Franziskaner Paul Zahner OFM sowie als Ordenstheologin Sr. Anneliese Herzig MSsR. Die Ordenskorrespondenz hat schließlich mehrere jungen Ordensleute um eine Einschätzung zum Verhältnis von Ordensleben und Kultur gebeten.

P. Elmar selbst stellt seine provozierende These, auf dem Spielfeld der Kultur seinen die Orden ins Abseits geraten, kritisch in Frage. Einen Außenblick bietet der Beitrag einer jungen Filmemacherin, die im Zusammenhang eines Filmprojektes erstmals mit Ordensleben in Berührung kam und ihre Wahrnehmungen schildert. In weiteren Beiträgen geht es um Klöster und Tourismus, um das Verhältnis von Mission und Kultur sowie um die Sorge um bewegliche Kulturgüter der Orden, wo sich Gemeinschaften aus Klöstern zurückziehen. Zwei Beiträge der Rubrik „Dokumentation“ behandeln schließlich rechtliche und strukturelle Themen: Die Beziehung zwischen einer Ordensgemeinschaft und ihrem zivilen Rechtsträger sowie Fragen, die sich mit dem Weg überseeischer Gründungen in die Selbständigkeit stellen.

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