Ausgabe 2/2016

Themenschwerpunkt "Warum gehe ich meinen Weg im Orden weiter?"

Als eine fast ungehörige Zumutung habe wir in der Redaktion selbst die Frage empfunden, mit der wir im Schwerpunkt des vorliegenden Heftes der Ordenskorrespondenz unsere Autorinnen und Autoren konfrontiert haben. „Warum gehen Sie Ihren Weg im Orden weiter?“ war die Frage an eine Reihe von Ordensfrauen und -männern, die etwa zehn bis zwanzig Jahre im Orden sind. Eine Zumutung, fordert sie doch zum einen zu einem Nachdenken heraus, das, so sich keine hinreichenden Antworten auf das „Warum?“ finden, zu einem Austritt aus der Gemeinschaft und zu einem Bruch des Ordensgelübdes führen kann. Zum anderen geht es bei der Antwort auf diese Frage um zutiefst persönliche Themen. Es ist keinesfalls selbstverständlich, über diese Dinge in der Öffentlichkeit einer Zeitschrift zu sprechen.

Die Antworten, die wir erhalten haben, stellen sich dem Thema in großer Ernsthaftigkeit. Beeindruckt hat mich vor allem das Bekenntnis zu der eigenen Berufung, das in den Zeugnissen zum Ausdruck kommt - und die durchklingende Freude darüber, dass diese Berufung durch alles Suchen und Ringen hindurch trägt. Ergänzend reflektieren Provinzoberin Sr. Charlotte Oertel aus der Sicht einer Oberin sowie Sr. Michaela Leifgen SSpS und P. Franz Meures SJ aus psychologischer und anthropologischer Sicht die menschlich-geistliche Herausforderung, sein Leben lang im Orden zu bleiben. Wie man zu einem guten Verhältnis mit jenen Brüdern kommen kann, die sich entschieden haben, die Gemeinschaft zu verlassen, darüber berichtet Abt Michael Reepen OSB am Beispiel der Abtei Münsterschwarzach.

Dem Heiligen Jahr der Barmherzigkeit widmet sich diese Ausgabe der Ordenskorres­pondenz mit einen Beitrag von Sr. M. Veronika Häusler. Er nimmt die Spiritualität der Barmherzigen Schwestern angesichts der Herausforderungen der Gegenwart in den Blick.
Karl Kardinal Lehmann zum 80. Geburtstag ist schließlich ein Beitrag des evangelischen Mönchtumsforschers Dr. Bernd Jaspert über „die Regula Benedicti im Urteil der deutschen evangelischen Theologie des 20. Jahrhunderts“ gewidmet.