Ausgabe 2/2018

Themenschwerpunkt: Ausländische Ordensleute in Deutschland - 20 Jahre Vereinigung Katholischer Orden

Das vorliegende Heft der Ordenskorrespondenz ist etwas anders als die Ausgaben der vergangenen Jahre. Neu ist zunächst einmal, dass die redaktionelle Bearbeitung, die Arnulf Salmen in den zurückliegenden Jahren in bewährter Weise verantwortet hat, an mich übertragen wurde. Zusammen mit Gerald Mayer, der wie zuvor schon zum Redaktionsteam gehört, freue ich mich auf diese anspruchsvolle Aufgabe.
Etwas anders ist dieses Heft auch, weil es in enger Kooperation mit der Vereinigung katholischer Orden (VKO) entstanden ist. Die VKO – der Zusammenschluss zahlreicher ausländischer Ordensgemeinschaften – kann in diesem Jahr auf ihr zwanzigjähriges Bestehen zurückblicken. Für uns war dies der Anlass, die Situation ausländischer Ordensleute in Deutschland in den Blick zu nehmen. Dies geschieht zunächst einmal in einigen Grundlagen-Beiträgen. Sr. Christiana Idika DMMM, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Weltkirche und Mission der Hochschule St. Georgen Frankfurt (IWM), geht der Frage nach, ob ausländische Ordenschristen eher als Migranten oder als Missionare zu charakterisieren sind? P. Tobias Keßler CS, ebenfalls vom IWM, setzt sich kritisch u. a. mit den Bedingungen und Gegebenheiten innerkirchlicher Integration auseinander. Mit dem Fokus speziell auf Ordenspriester fasst Karl Gabriel, Prof em. für Christliche Sozialwissenschaften an der Universität Münster, seine Studie von 2011 über ausländische Priester zusammen. Der Vorsitzende der Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste der Deutschen Bischofskonferenz, der Münsteraner Bischof Felix Genn, geht der Frage nach, welche Impulse die Ordensleute aus der Fremde für die Kirche bei uns geben können, und Roland Berenbrinker vom Ordensreferat des Erzbistums Köln liefert einen Erfahrungsbericht aus diözesaner Sicht.
Erfahrungsberichte steuern auch zahlreiche Ordensfrauen und -männer bei, die von ihren Heimatgemeinschaften nach Deutschland entsandt worden sind. Wie ergeht es ihnen? Wie nehmen sie die Kirche in Deutschland und die deutsche Gesellschaft wahr? Fühlen sie sich als Lückenbüßer für personelle Engpässe bei uns oder als Missionare, die „den Armen das Evangelium verkünden“? Ihre Statements weiten den Blick und sind geeignet, überkommene Perspektiven zu verschieben. Besonderer Dank gilt dem VKO-Vorsitzenden P. Rockson Chullickal OCD für seine intensive Vermittlungsarbeit.
Darüber hinaus dokumentieren wir ab dieser Ausgabe das Rechtsgutachten zu steuerrechtlichen Fragen bei Ordensgestellungsverträgen, das Prof. Rainer Hüttemann, Steuerrechtler an der Universität Bonn, im Auftrag der DOK erstellt hat. Heribert Böller