Ausgabe 3/2018

Themenschwerpunkt: Berufung - Gottes Lebensprojekt mit uns

Es ist eine seit Jahren bewährte Tradition, dass die Ordenskorrespondenz das Studienthema der DOK-Mitgliederversammlung dokumentiert. Dadurch erhalten die Referate und Diskussionsergebnisse der Workshops eine Nachhaltigkeit, die über den Tag hinausgeht. In der Mitgliederversammlung 2018 ging es um das Thema „Berufung – Gottes Lebensprojekt mit uns“. Angesichts der wenigen Neueintritte seit Jahren brennt die Thematik unter den Nägeln. Doch wie der Titel des Studienthemas anklingen lässt, ging es und geht es nicht zu aller erst um die Frage, wie Nachwuchs zu rekrutieren sei. Im Zentrum steht vielmehr die Frage, wie Gott sich unter den Bedingungen der heutigen Zeit bemerkbar macht und wie der Einzelne und Gemeinschaften dieses Rufen wahrnehmen und ihm antworten können. So begibt sich Ludger Schulte OFMCap in seinem Grundsatzreferat auf die „Suche nach unserer Identität“ im heutigen Zeitalter der „(Spät-)Moderne“. Weiter ausgefächert wird diese Thematik auf vielfältige Weise durch die Beiträge der Workshop-Moderatoren. Deutlich wird dabei u. a., dass Berufung und Nachfolge für den Einzelnen keine einmalige Angelegenheit darstellt, sondern ein Prozess ist, der ein Leben lang bis ins hohe Alter andauert und der Achtsamkeit bedarf. Dennoch sind in besonderer Weise Jugendliche und junge Erwachsene auf der Suche nach Identität und Richtung. Gerald Mayer, Studentischer Mitarbeiter in der OK-Redaktion, beschreibt in einem sehr persönlichen Beitrag seine eigene Suche. Katharina Karl, Leiterin des Jugendpastoralinstituts Don Bosco in Benediktbeuern, unterfüttert seine Ausführungen, indem sie grundsätzlich auf die Lebensumstände heutiger Jugendlicher eingeht und schlaglichtartig die sich daraus ergebenden Herausforderungen für die heutige Jugend- und Berufungsbastoral beleuchtet. Wiederum gespeist von persönlichen Reflexionen sind schließlich die Beiträge von Gabriela Grunden, Mitglied einer kleinen Frauenkommunität, die sich bemüht, dem Ruf Gottes in ignatianischem Geist zu folgen, und von P. Heinz Lau SCJ, der eine „gravierende Transformation“ innerhalb der Kirche seit dem Zweiten Vatikanum diagnostiziert. Seine Überlegungen betrachten die sich daraus ergebenden Konsequenzen für den persönlichen Berufungsweg.

In gewisser Weise ergänzt wird die Thematik von einem Referat von João Kardinal Braz de Aviz, Präfekt der Religiosenkongregation, zur Schrift „Für jungen Wein neue Schläuche“. Wir veröffentlichen sein Redemanuskript für die Ottmaringer Tage für Christen des gottgeweihten Lebens im Juli 2018.

Außerdem wird die Veröffentlichung des „Rechtsgutachtens zu steuerrechtlichen Fragen bei Ordensgestellungsverträgen“ von Prof. Hüttemann in dieser Ausgabe fortgesetzt. Heribert Böller