Kolumne

  • 28.02.2021   |  von P. Jörg Müller SAC

    Wenn es weh tut, ist es katholisch.

    Wenn du beim Klavierspielen ständig mit den Fingern zwischen den Tasten stecken bleibst, hast du möglicherweise zu viel gefastet.

    Es soll sie ja geben, die Übertreiber. Als ich meine Freunde zum Geburtstagsessen in ein Restaurant einlud, saß einer den ganzen Abend nur vor einem Glas Wasser. Er verwies auf sein Fastenversprechen, das er immer mittwochs und freitags praktiziere. Ich fragte ihn, welches Opfer für ihn größer sei: das des Fastens oder das des Fastenverzichts angesichts einer Einladung.

    Er sagte: „Wenn ich jetzt esse, hab ich Schuldgefühle und das ist schlimmer.“ „Aha“, entgegnete ich, „dann schlag ich vor, ordentlich reinzuhauen und das größere Opfer auf dich zu nehmen. Beschäme nicht die anderen. Festessen ist fest essen und Fasten ist Fasten.“ Immerhin rang er sich durch und irgendwie verringerten sich seine Schuldgefühle mit der Verzehrmenge. Geht doch.

    Die Übertreibung des Guten macht das Gute nicht besser; sonst kann schnell ein tätowiertes Schlachtschiff auf dem Bauch zu einem Faltboot werden...  Der junge Mann war sicherlich sehr fromm; nur spirituell war er nicht. Schon der hl. Franz von Assisi mahnte einen Mitbruder, angesichts von essenden Gästen nicht zu fasten, sondern das Mahl mit ihnen zu teilen. Das fördert die Demut.

    Ansonsten bin ich durchaus der Meinung, dass uns allen vernünftiges Verzichten gut zu Gesicht steht. Und wenn es weh tut, ist es katholisch. Gell.

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