Kolumne

  • 15.10.2017   |  von Sr. Anna Magdalena Schmitt

    Die Würde des Menschen

    Die Kolumne für die Woche ab dem 15.10.2017 sollte jemand aus dem Karmel schreiben, dachte ich und trug meinen Namen ein. Am 15.10. ist für uns ein Ordenshochfest. Wir feiern die heilige Teresa von Jesus (1515-1582), eine Frau aus Spanien, die im 16. Jahrhundert Großes wirkte und wertvolle, geistliche Schriften hinterließ. Durch diese Frau fand ich meinen Weg in den Orden, den ich auch nach dreißig Jahren gerne gehe. In dem Buch „Weg der Vollkommenheit“ steht im Kapitel 48 folgender Text: „Macht euch bewusst, dass in eurem Innern ein Palast von übergroßem Wert ist, ganz aus Gold und Edelsteinen erbaut, genau passend für einen solchen Herrn…..und, dass in diesem Palast dieser große König, der es für gut befunden hat, euer Vater zu sein, auf einem überaus prächtigen Thron sitzt, der euer Herz ist.“ Dieses Bild ist die Grundlage für Teresas Schrift „Wohnungen der inneren Burg“. Auf diese Erfahrung, dass Gott in ihrem Innersten wohnt, stützt sie ihre Lehre vom inneren Beten, das sie als ein „Verweilen bei einem Freund“ bezeichnet. Es ist eine wunderbare, unglaublich entlastende Erfahrung, so dass Teresa später der folgende Spruch in den Mund gelegt wird: „Nichts soll dich verwirren, nichts dich erschrecken. Alles vergeht. Gott ändert sich nicht. Geduld erlangt alles. Wer Gott hat, dem fehlt nichts. Gott nur genügt.“ Ganz einfach und doch so schwer ist diese Reise in unser Inneres. – Als ich an das Schreiben der Kolumne erinnert wurde, war gerade eine fast 94 jährige Mitschwester verstorben. Sie war körperlich gesund, brauchte keine Medikamente; die letzten Jahre waren durch das abnehmende Gedächtnis geprägt und die letzten Monate verbrachte sie im Pflegebett. Wenn sie wach war, sprach sie stets laut mit ihrem Freund und war meistens froh und zufrieden. Sie hatte es sich bewusst gemacht und völlig verinnerlicht, was für eine Würde Gott ihr und uns allen geschenkt hat.

  • Kolumnen der Vorwochen
  • OCT
    08
    von Sr. Maria Cordis Reiker

    Friede und Heil

    In der vergangenen Woche, am 4. Oktober, feierten wir das Fest des hl. Franziskus von Assisi, unser Ordenshochfes Mehr

  • OCT
    01
    von Pater Bruno Robeck OCist

    Maria von den Gittern

    Gitter können notwendig sein. Leider. Mehr

  • SEP
    24
    von Sr. M. Dominika Kinder

    Der Herr der Geschichte

    „Ich will Gott preisen Tag für Tag, immer sei sein Lob in meinem Munde!“ beten wir mit dem Psalmisten im Stundengebet. Mehr

  • SEP
    17
    von Sr. Katharina Ganz

    Menschsein heißt: Verletzbar bleiben!

    Am 17. September gedenkt die franziskanische Familie der Stigmatisierung des hl. Franziskus. Mehr

  • SEP
    10
    von Sr. Katharina Magdalena Hemmers OP

    Aus Fehlern lernt man

    Mit dieser Spruchweisheit bin ich aufgewachsen. Sie sollte mich wohl trösten, insbesondere dann, wenn ein Deutschdiktat mal wieder zu viel von denselben aufwies. Mehr

  • SEP
    03
    von Elisabeth Kralemann

    Unsere gemeinsame Geschichte

    Vor kurzem habe ich eine Ausstellung in den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim besucht: "Die Päpste und die Einheit der lateinischen Welt". Mehr

  • AUG
    27
    von Abt Albert Dölken

    Die Klosterregeln des Augustinus

    Der 28. August ist der Festtag des Heiligen Augustinus. Die gesamte katholische Kirche feiert ihn, den großen Theologen des 4. und 5. Jahrhunderts. Mehr

  • AUG
    20
    von Sr. Hildegard Schreier

    Mt 15, 21-28

    Als Evangelium vom 20. Sonntag im Jahreskreis ist die Erzählung von der kanaanäischen Mutter, die Jesus so hartnäckig um die Heilung ihrer kranken Tochter bittet, vorgesehen. Mehr

  • AUG
    13
    von Sr. Simone Weber ADJC

    Der 9. August 1942

    Am 9. August 2017 jährt sich zum 75. Mal der Todestag unserer Schwester M. Aloysia Löwenfels ADJC, die zusammen mit Edith Stein und viele Anderen an diesem Tag in Auschwitz vergast wurde Mehr