Kolumne

  • 18.11.2018   |  von Sr. Ruth Maria Stamborski

    Am liebsten jetzt gleich

    Erst gestern taucht in einer Sitzung die Bemerkung auf: „Eine Mail schreiben - da weiß ich ja nicht, wann du antwortest." Hingesagt auf eine Kollegin, die ich mir zuverlässiger und verbindlicher nicht vorstellen kann. Klar kenne ich selber auch die Ungeduld des Wartens: Wann antwortet der angefragte Referent? Wie lange soll ich noch abwarten, bis die Mitschwester den Terminvorschlag bestätigt?

    Selbstverständlich habe ich auch Momente vor Augen, wo jede Sekunde zählt und Sprichwörter im Kopf wie „Zeit ist Geld" und „dem Glücklichen schlägt keine Stunde".

    Jesu Zeitangaben greifen eine andere Dimension auf: „Lernt aus dem Vergleich mit dem Feigenbaum! Sobald seine Zweige saftig werden...!" In unseren Breitengraden, wo die Natur derzeit den Rückzug antritt und ich mich auf die dunkle Jahreszeit mit scheinbarem Stillstand einstellen muss, wirkt diese Zeitangabe wie sieben Minuten Verlängerung nach regulärer Spielzeit – wie ein Vorausgriff in weite Ferne, der sich mir und meinen Möglichkeiten entzieht. Da bin ich ja erstmal schachmatt gesetzt und ins Wartezimmer verbannt.

    Keine Vertröstung, das nicht – aber eine ziemliche Geduldsprobe, die mir von vielen Prozessen, langfristigen Vorhaben, menschlichen Reifungsschritten ja durchaus vertraut, wenn auch aufs Erste nicht immer sympathisch ist.

    Lehre mich in der Spannweite meines Lebens zwischen Augenblick und Ewigkeit zu unterscheiden:

    am liebsten gleich oder getrost später;

    drängen oder dranbleiben,

    wartend hoffen - hoffend warten,

    Frist oder Verlängerung,

    Momentaufnahme und Lebenslauf,

    Ende oder Anfang.

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