Kolumne

  • 08.12.2019   |  von Sr. M. Katharina Mock

    Entschieden für das Leben

    Mitten in Paris, in der Rue du Bac 140 beim Mutterhaus der Filles de la charité, befindet sich die Kapelle von der „Wundertätigen Medaille“. Mitten über dem Altar ist Maria dargestellt mit ausgebreiteten Armen, die auf den Betrachter wie eine Einladung wirken. Über der Darstellung ist eine Inschrift zu lesen: „O Maria, ohne Sünde empfangen, bitte für uns, die wir zu dir unsere Zuflucht nehmen.“

    Dieser Satz weist auf das Hochfest der unbefleckt empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria hin, das wir am 8. Dezember feiern. Die Bezeichnung dieses Festes klingt in meinen Ohren ein wenig sperrig und führt auch zu Missverständnissen. Für eine bessere Verständlichkeit des Festgeheimnisses fände ich die Bezeichnung Erwählung Mariens passender.

    Mit Erbsünde verbinden viele Menschen die Vorstellung, dass jeder Mensch, bevor er geboren wird, schon vor Gott schuldig geworden ist. Sicher hat niemand, bevor er das Licht der Welt erblickt hat, aus eigenem Willen Schuld auf sich geladen, aber jeder Mensch ist in Schuldzusammenhänge und auch in Folgen von Schuld hineingeboren. Kein Mensch kann sich aussuchen, in welchem Land er zur Welt kommt oder in welche Familie er hineingeboren wird. Irgendwann erlebt jeder Mensch die Möglichkeit und manchmal auch das Verlangen, so wie es in der Geschichte vom Sündenfall im Buch Genesis (Gen 3,1 – 7) beschrieben ist, so sein zu wollen wie Gott.

    Gott hat dem Menschen den Auftrag gegeben, sich die Erde untertan zu machen. In vielfacher Weise erfahren wir, dass der Mensch in Erfüllung dieses Auftrages viele Erkenntnisse gewonnen und Entdeckungen gemacht hat, die sowohl Fluch als auch Segen sein können. Immer stellt sich, egal ob bei der Anwendung digitaler Techniken, medizinischer Möglichkeiten oder anderer menschlicher Errungenschaften, die Frage, wozu diese Dinge dienen, bringen sie Leben oder Tod?

    Maria hat der Botschaft Gottes geglaubt, dass für Gott nichts unmöglich ist und damit ein uneingeschränktes „JA“ zum Leben gegeben. Das Fest der Erwählung Mariens sollte uns daran erinnern, in allem, was wir entscheiden, danach zu fragen, ob wir damit dem Leben dienen.

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