Kolumne

  • 10.12.2017   |  von Sr. Martina Schmidt

    Werdet menschlich.

    Ein Satz an einer Mauer in Bamberg:  „Werdet menschlich.“ Von wem warum geschrieben? Aus Enttäuschung, Wut, Trauer über zu viel Unmenschliches? Ich weiß es nicht. Jedenfalls inspiriert er mich zum Weiterdenken.

    Am 10.Dezember ist der internationale „Tag der Menschenrechte“. Er erinnert an die Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte am 10.12.1948. Erschüttert von der katastrophalen Ausradierung der Menschenrechte durch die Diktatur des NS-Regimes, von den Gräueln eines unmenschlichen Weltkrieges wollten die Vereinten Nationen auf diese Weise ein deutliches „Nein!“ gegen jede Form von Menschenverachtung setzen. Und ein deutliches „Ja!“ für die Würde jedes Menschen, die unantastbar ist.

    Die Idee der Menschenrechte durchlief einen langen Ablehnungs- und Entwicklungsprozess, bis sie zur heutigen Ausformulierung fand. Ihre Wurzeln liegen in der biblischen Tradition und in der Philosophie. So erzählt die Schöpfungsgeschichte im Buch Genesis, dass Gott den Menschen als sein Abbild erschuf. Den Menschen. Jeden Menschen - unabhängig von Herkunft, Nationalität, Religion, Hautfarbe oder weiteren Merkmalen. Wenn Jesus eindringlich sagt, dass das Geringste, was man einem Menschen tut oder nicht tut, an ihm getan oder nicht getan ist, meint er jeden Menschen – unabhängig von Herkunft, Nationalität, Religion, Hautfarbe oder weiteren Merkmalen.

    Gott kennt weder Rassismus noch Diskriminierung. Gott sieht immer nur auf den individuellen Menschen in seiner Großartigkeit und in seinem Elend, in seinem Gelingen und in seinem Scheitern, in seiner  Erlösungsbedürftigkeit.

    Das Kirchenasyl, das Klöster und christliche Gemeinden heute wie früher einzelnen geflüchteten  Menschen gewähren, ist nicht unumstritten. Sie tun es aus Gewissensgründen. Nach reiflicher Prüfung und unter Beachtung gewisser Vorgaben gegenüber dem Staat bieten sie Menschen einen Schutzraum, deren Leib und Leben bedroht ist. Sie hoffen, dadurch Zeit zur erneuten Prüfung des individuellen Schicksals zu gewinnen. Sie tun es, wir tun es, weil wir uns den Menschenrechten verpflichtet wissen. Und Gott.

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