Kolumne

  • 23.09.2018   |  von Sr. Maria Burger

    Wir kämpfen nicht gegen Menschen

     „Wir kämpfen nicht gegen Menschen.“

    Dieses Zitat aus dem Epheserbrief (6,12a) ließ mich aufhorchen. Gebraucht hatte es die Witwe eines nigerianischen Pastors, deren Mann von Islamisten ermordet worden und die nun mit ihrem Kindern mittellos zurückgeblieben war.

    Aufhorchen ließ mich dieser Satz auch deshalb, weil in unserer Ordensregel aus derselben Bibelstelle zitiert wird. Mit dem Epheserbrief (6,13 ff) fordert sie uns auf, die „Waffenrüstung Gottes“ anzulegen bzw. uns von Gott anlegen zu lassen. Manchen Menschen erscheint das zu martialisch – von Rüstung und Kampf zu sprechen halten sie für unvereinbar mit dem pazifistischen Botschaft Jesu.

    Ja: Wir kämpfen nicht gegen Menschen. Ein Kampf jedoch ist es allemal, wenn uns Ablehnung, üble Nachrede, Verleumdung, ja bisweilen offener Hass begegnet. Und dafür gilt es sich zu rüsten – gerade wenn wir nicht Gleiches mit Gleichem vergelten wollen. Wie wollen wir denn gegen Verleumdung und Lüge aufstehen, wenn wir uns nicht darum bemühen, selbst in den kleinen und kleinsten Dingen wahrhaftig zu sein – um mit dem Epheserbrief zu sprechen: den „Gürtel der Wahrheit“ anzulegen? Und gerade weil ich „nicht gegen Menschen“ kämpfen will, brauche ich in Situationen, in denen ich selbst oder andere angegriffen werden, den „Schild des Glaubens“ - das Vertrauen darauf, dass „Gott bei denen die ihn lieben, alles zum Guten führen“ (Römerbrief 8,28) kann und will und wird.

    Dieses Vertrauen macht nicht unverwundbar. Doch es verhindert, dass sich Hass und Groll in meinem Herzen einnisten und mich vergiften; es hilft, „mit versöhntem Herzen“ (Michael Bordt SJ) gegen Unrecht aufzustehen und damit auch für diejenigen einzutreten, die benachteiligt und unterdrückt, ja verfolgt werden. Gerade dafür aber scheint es mir in unserer Welt auch heute durchaus Bedarf zu geben.

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