Kolumne

  • 21.10.2019   |  von Sr. Maria Burger

    Die Freude Gottes

    „Der HERR, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein Held, der Rettung bringt. Er freut sich und jubelt über dich und frohlockt, wie man frohlockt an einem Festtag.“ So heißt es im dritten Kapitel des Propheten Zefanja. 

    Wenn ich (gerade in frommen Kreisen) diesen Bibelvers zitiere, bekomme ich gewöhnlich sinngemäß die folgende Antwort: „An mir soll Gott sich freuen? Ja, am Menschen allgemein, das ja. Aber an mir?!? In mir ist so vieles, was Ihm nicht gefallen kann, soviel Unzulänglichkeit, Sünde, Schuld. An mir soll Er Freude haben??“ - Ja, kann ich da nur sagen, das ist bei mir auch nicht anders. Auch in mir ist viel Unzulänglichkeit, Sünde und Schuld.

    Aber wer sagt, dass das Gott hindert, sich an mir zu freuen?

    An keiner Stelle des Neuen Testamentes ist so deutlich von der Freude des Himmels bzw. der Engel bzw. Gottes die Rede wie im 15. Kapitel bei Lukas. Und da geht es um das verlorene - oder besser gesagt - das wiedergefundene Schaf, die wiedergefundene Drachme, den wiedergefundenen Sohn. Nichts, so sagt uns das, freut Gott so sehr, wie dass ein Mensch wiedergefunden wird – und das heißt auch: zu sich selbst findet, mehr zu dem wird, was er oder sie im Tiefsten immer schon war. Auch wenn das zum Beispiel bedeutet, dass ein Missbrauchsopfer, das endlich zu einer inneren Freiheit gefunden hat, sich von der Kirche abwendet. 

    Und: Den Vater in diesem Gleichnis kümmert es nicht im Mindesten, dass sein Sohn abgerissen, zerlumpt und stinkend zurückkommt. Oder doch: Aber gerade nur so weit als notwendig, um dem Übel abzuhelfen. Und er scheint nichts lieber als das zu tun. 

    Wenn ich also (um im Bild zu bleiben) von meiner Sünde verdreckt zu Gott komme und mich Ihm mit alldem überlasse, damit Er dem Übel abhilft – dann jubelt ER, und mit Ihm der ganze Himmel.

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