Kolumne

  • 25.06.2017   |  von Jolanda Jacobs

    Zu lieben ist meine Berufung

    Seitdem ich die Missionsärztlichen Schwestern kenne, lebt ein Zitat von Anna Dengel in mir - "Liebe ist die Triebkraft, die unserem Leben Sinn gibt und unserem Tun die Richtung weist. Sie befähigt uns, uns mit all dem, was wir haben und sind zu verpflichten, zusammen mit anderen eine Welt zu schaffen, in der alle in Frieden und Eintracht leben. “

     Dabei denke ich nicht nur an eine Harmonie im Zusammenleben mit den Menschen sondern auch mit der Schöpfung. Eine meiner schönsten Kindheitserinnerungen ist, mit meinem Vater im Garten zu arbeiten. Er züchtete Gemüse, Obst und Kräuter und gab mir die Liebe zur Gartenarbeit. Jetzt besitze ich selber einen Garten. Er gibt mir so vieles für mein eigenes Wohlbefinden: Entspannung, Konzerte von Amseln, frische Luft, Verbindung zur Erde, vieles zum Geniessen. Ein kleines Paradies, das ich gerne mit anderen teilen. 

    Vor kurzem schickte ich ein Foto meines Gartens an eine unserer Schwestern im Nordosten von Indien. In ihrer Antwort berichtete sie über das sich verändernde Klima: ‘Wir haben hier sehr ungewöhnliches Wetter. So viel Regen, Hagelstürme, enorme Donner und Blitze. Eine unserer Schwestern beklagte sich: “Warum ist Gott so böse auf den Nordosten?” Die Wiesen wurden alle zerstört und die Bauern verloren ihre Ernte. So so traurig’.

    Diese Antwort hat mich berührt und mir meine Berufung, heilend präsent zu sein, wieder bewusst gemacht. Heilend präsent zu sein nicht nur in meinem Beruf, sondern vielleicht noch mehr in der Arbeit im Garten, in der Sorge für unser Erde. Ja, unsere Mutter Erde gehört ‘zu den meist Verlassenen und schlecht behandelten Armen’ (Papst Franziskus, Laudato si, 2). Wie wir für das Stückchen Erde sorgen, das uns anvertraut ist, wirkt sich auf das Leben unserer Brüder und Schwestern weltweit aus. Es wirkt sich besonders aus auf das Leben der Ärmsten. (n. Ls, 48ff)

    So bietet mir die Enzyklika von Papst Franziskus “Laudato si” einen Kompass für die Sorge für die Erde als unser gemeinsames Haus. Die Schöpfung hat einen sakramentalen Charakter in dem Sinne, dass es den Schöpfer einbezieht. Wer die Schöpfung verletzt, verletzt den Schöpfer.

    Ja, wir sind berufen zu lieben.

  • Kolumnen der Vorwochen
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    Zum Herz-Jesu Fest

    Mit dem Herz-Jesu-Fest tat ich mich als junger Jesuit eher schwer. Ich empfand das Fest, genauer die mit ihm verbundenen Statuen – Stichwort: das Herz als ‚Außenbordmotor‘ –, als eher peinlich und sentimental, in einer unguten Weise als kitschig Mehr

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    Wer dem Herrn anhangt, wird ein Geist mit IHM. (1 Kor 6,17) Mehr

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    Die Natur lädt uns in diesen Tagen dazu ein, wach zu sein für das Leben Mehr

  • MAY
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    von Sr. M. Dominika Kinder

    Staunenswert sind deine Werke, o Herr!

    Staunen ist Reaktion auf unerwartet Großes und Schönes. Wer staunt fühlt sich betroffen. Diese Betroffenheit kann auch schmerzlich sein, furchterregend. Mehr

  • APR
    30
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    Österlicher Alltag

    Nichts hat sich geändert! Der Alltag ist eingekehrt, die festlichen Ostertage sind fast schon vergessen. Jeden Tag dieselben Schreckensmeldungen von Terror, Bombenangriffen in Syrien und im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlingen. Unverändert auch die Banalität unseres Alltags mit Stress und ewig wiederkehrenden Konflikten. Gehen wir also besser zur Tagesordnung über! Mehr

  • APR
    23
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    Menschen auf Augenhöhe begegnen

    In den letzten acht Monaten habe ich eine Ausbildung für ehrenamtliche MitarbeiterInnen in der Krankenhausseelsorge gemacht. Innerhalb dieser Ausbildung wurden wir nach verschiedenen theoretischen Einheiten ins Praktikum in ein Krankenhaus geschickt. Der jeweilige Klinikseelsorger begleitete uns dabei mit seinen Reflexionen. Mehr